Juni 2020

Juni

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Der Herr hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.
2. Korinther 12,9

Elefanten. Sie stehen da wie unumstößliche Monumente der Kraft. In ihrem Lebensraum haben sie kaum natürliche Feinde. Dennoch gibt es Löwen, die geschwächte Tiere oder Jungtiere angreifen und töten können. Jede natürliche Kraft ist begrenzt. Genauso der Mensch. In der Blüte seiner Jahre, wenn alles gut läuft, Fitness, Karriere, Partnerschaft, Familie, strotzt er vor Energie. Doch eine plötzliche Krankheit, ein Notfall, Streit und Scheidung – sie warten wie eine Horde von Löwen und schlagen zu, wenn man es am wenigsten erwartet. Wie gehe ich dann damit um? Die Zuflucht im Glauben ist wunderbar. Nein, es ist keine Jenseitsvertröstung und keine Krücke für Schwache, die es allein nicht schaffen. Ein wenig Lebenserfahrung lehrt uns: Niemand schafft es allein. Der österreichische Psychiater und Begründer der Logotherapie Viktor Frankl untersuchte das Schicksal von KZ-Gefangenen und stellte fest, dass Menschen die Situation viel besser bewältigten, die trotz allen Elends an ihrem Gott festhielten. Manche gingen sogar wie Helden mit dem Wort Gottes auf den Lippen in die Gaskammer. Geborgenheit in Gott ist kein frommes Getue, es ist Vertrauen auf sein Wort, die Bibel. Wie Paulus im 2. Korintherbrief schreibt, genügt seine Gnade auch in schlechten Zeiten, ja es kommt sogar seine Kraft in dieser Schwachheit zur Vollendung. Gott hat keine Freude an unseren Leiden, aber er „zaubert“ Probleme und Sorgen auch nicht einfach weg. Vielmehr versichert er denen, die ihr Vertrauen auf ihn setzen, dass er ihnen auch in diesen Zeiten ganz nahesteht. Besonders dann, wenn das Monument der eigenen Kraft zu bröckeln beginnt.